Ferrari denkt den Formel-1-Motor für 2026 neu. Ein ungewöhnlicher Zylinderkopf soll den Italienern im Effizienz-Rennen einen entscheidenden Vorteil verschaffen.
Lange 19 Jahre ist man in Maranello mittlerweile ohne WM-Titel. Auch die Verpflichtung des siebenmaligen Weltmeisters Lewis Hamilton brachte Ferrari im vergangenen Jahr mehr Last statt Lust – und auch nicht den gewünschten Erfolg. 2026 bekommt die Scuderia ihre nächste Chance; vor allem dank komplett neuer Technikregeln sowohl im Bereich des Antriebs als auch des Chassis. Kar ist aber auch: Diese Chance muss das traditions- und erfolgreichste aller Formel-1-Teams endlich nutzen.
Entsprechend gibt Maranello Vollgas. Im Bereich des Antriebs wird offenbar an einem echten Technik-Knaller gearbeitet. Wie das italienische Portal it.motorsport.com berichtet, testet Ferrari für den neuen Motor einen völlig neuartigen Zylinderkopf und verlässt damit einen jahrzehntelang beschrittenen Entwicklungsweg.

Ferrari geht beim Motor neue Wege
Der Zeitdruck ist enorm. Schon Ende Januar stehen die ersten Testfahrten der neuen Generation an. Zwar bleibt es auch 2026 beim 1,6-Liter-V6-Turbo, doch unter der Hülle ist kaum ein Bauteil unverändert. Nachhaltiger Kraftstoff, stark begrenzte Spritmenge, reduzierter Ladedruck und niedrigere Verdichtung zwingen alle Hersteller zu radikalen Lösungen.
Während zuletzt vor allem über mutmaßliche Verdichtungs-Tricks von Mercedes und Red Bull Racing spekuliert wurde, geht Ferrari offenbar einen anderen Weg. Demnach testeten die Ingenieure parallel Zylinderköpfe aus Aluminium und aus einer neuen Stahl-Legierung.
Das ist bemerkenswert. Aluminium galt bislang als Standard, weil leicht, gut beherrschbar, bewährt. Doch mit dem neuen Reglement steigt das Mindestgewicht der Antriebseinheit von 120 auf 150 Kilogramm. Gewicht ist also weniger kritisch. Dafür rückt ein anderer Faktor in den Fokus: Effizienz.
Ein Zylinderkopf aus Stahl erlaubt theoretisch höhere Drücke und Temperaturen im Brennraum. Das Ergebnis: eine kontrolliertere, effizientere Verbrennung – genau das, was unter den neuen Regeln entscheidend ist. Denn der Verbrennungsmotor treibt nicht nur die Hinterräder an, sondern fungiert auch als Energielieferant für den elektrischen Teil des Hybridsystems.

Parallel-Entwicklung mit Hilfe von AVL
Laut dem Bericht arbeitete Ferrari monatelang mit beiden Varianten. Die große Sorge: Haltbarkeit. Ab 2026 muss jeder Fahrer mit nur vier Verbrennungsmotoren eine komplette Saison mit 24 Rennen bestreiten. Um die nötige Laufleistung abzusichern, soll Ferrari auch externe Hilfe eingebunden haben – unter anderem von AVL aus Graz, einem der renommiertesten Motorenspezialisten Europas.
Anfangs war offenbar unklar, ob der Stahl-Zylinderkopf diese Belastungen dauerhaft aushält. Doch Fortschritte in den vergangenen Monaten sollen die Ingenieure überzeugt haben. Die Entwicklung konzentriert sich demnach inzwischen voll auf die Stahl-Version.
Der neue Ferrari-Motor soll zudem mit einer kompakt aufgebauten Hightech-Batterie arbeiten, die leichter und kleiner ist als bisherige Systeme. In italienischen Medien sind auch kleinere Kühler im Gespräch – ein Vorteil für Packaging und Luftwiderstand.
Fazit
In Italien wird traditionell gerne über Technik-Coups der Scuderia geschrieben und spekuliert. Seit dem Wundermotor 2019, der allerdings nicht ganz regelkonform war, lassen innovative Details an der Roten Göttin derweil auf sich warten. Wie gut der neue Antrieb ist, wird sich erst am dem Saisonstart in Melbourne (Australien) zeigen. Ob man dabei tatsächlich auf Stahl statt Aluminium setzt, kann nur die Scuderia selbst bestätigen.
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