Formel 1

Ferrari-Frust: Warum Hamilton einen Teil der Fabrik meidet

Formel 1 Lewis Hamilton Ferrari
Lewis Hamilton. Credit: Ferrari

Interne Probleme statt roter Aufbruch: Lewis Hamilton hatte bei Ferrari offenbar mit mehr zu kämpfen als nur mit dem Auto.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Interne Probleme statt roter Aufbruch: Lewis Hamilton hatte bei Ferrari offenbar mit mehr zu kämpfen als nur mit dem Auto.

Der Start bei Ferrari wurde für Lewis Hamilton zum Härtetest. Nach der schwächsten Saison seiner Karriere 2025 wird nun klar: Der siebenmalige Weltmeister fühlte sich nicht nur im Auto unwohl – sondern auch in einem zentralen Bereich der Ferrari-Fabrik.

Zwölf Jahre lang war Hamilton bei Mercedes zuhause, kannte jedes Detail, jede Ablaufroutine. In Maranello dagegen musste er sich komplett neu einarbeiten, während Teamkollege Charles Leclerc bereits seit 2019 im roten Rennstall verwurzelt ist. Logisch deshalb: Der Monegasse dominierte das teaminterne Duell klar.

Hamilton: Simulator als Problemzone

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Lewis Hamilton. Credit: Ferrari

Besonders brisant: Laut ESPN hat Hamilton „nie wirklich ein gutes Gefühl“ im Ferrari-Simulator entwickelt. Mehr noch – er soll diesen Teil der Arbeit regelrecht gehasst haben. Das ist heikel, denn gerade bei einem Teamwechsel gilt der Simulator als Schlüssel, um sich schnell an neue Strecken, Eigenheiten und Fahrzeugreaktionen zu gewöhnen.

Sky-Experte Ralf Schumacher bestätigt diesen Eindruck und sagt, Hamilton habe den Simulator „kaum genutzt“. Ein klarer Vorteil für Leclerc, der im Bereich des virtuellen Testens als deutlich engagierter gilt.

Bremsen bremsten Hamilton 

Hinzu kamen handfeste Probleme auf der Strecke. Hamilton kämpfte die gesamte Saison mit dem Bremsgefühl – Ferrari setzt auf Brembo, Mercedes zuvor auf Carbon Industrie. Eine Umstellung, die sich nicht einfach wegtrainieren ließ. Der SF-25 galt zudem als launisch und schwer vorhersehbar. 

Immerhin: Intern scheint man reagiert zu haben. Der neue Technikchef Loïc Serra soll die Aufhängung des neuen SF-26 nach Fahrerwünschen gestaltet haben, um mehr Stabilität zu schaffen – ein Punkt, der Hamilton entgegenkommen dürfte. Am 23. Januar stellt Ferrari das neue Auto vor, anschließend folgt ein Shakedown in Fiorano.

Klar ist: Bleibt der Durchbruch 2026 aus, werden die Rücktrittsfragen lauter. Findet Hamilton endlich Zugang zum Auto, Team und Simulator, könnte sich das Blatt wenden.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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