Formel 1

Ferrari-Rücktritt? Hamilton fühlt sich „nutzlos“

Formel 1 Lewis Hamilton Ferrari Ungarn 2025
Lewis Hamilton. Credit: Xavier Bonilla / DPPI/Ferrari

Lewis Hamilton erlebt am Hungaroring ein Debakel – und geht danach live auf Sendung mit sich selbst hart ins Gericht. Während Leclerc jubelt, spricht der Rekordweltmeister von „Nutzlosigkeit“.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Lewis Hamilton erlebt am Hungaroring ein Debakel – und geht danach live auf Sendung mit sich selbst hart ins Gericht. Während Leclerc jubelt, spricht der Rekordweltmeister von „Nutzlosigkeit“.

Lewis Hamilton ist der König des Hungarorings – doch aktuell regiert ein anderer: Sein Teamkollege Charles Leclerc steht auf Pole, der Rekordweltmeister dagegen scheitert im zweiten Qualifyingabschnitt und geht danach hart mit sich selbst ins Gericht. „Ich bin nutzlos, absolut nutzlos“, schlägt er bei Sky drastische Töne an.

Die Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn wird für Hamilton zum seelischen Tiefschlag. Während Teamkollege Leclerc im Ferrari SF-25 die Pole-Position einfährt, schaut Hamilton fassungslos auf die Zeitenliste. Seine bittere Erkenntnis: „Das Team hat kein Problem, denn das Auto steht auf Pole. Also müssen wir wahrscheinlich den Fahrer wechseln.“

Ralf Schumacher bringt Hamiltons Ferrari-Dilemma auf den Punkt

Hamilton befindet sich spätestens seit dem Qualifying am Hungaroring im mentalen Ferrari-Tief, das auch Sebastian Vettel einst kennenlernen musste. „Das wird ihn jetzt beschäftigen“, analysiert Sky-Experte Ralf Schumacher treffend. „Wenn man ab einem gewissen Alter nicht mehr konkurrenzfähig ist und mit dem Teamkollegen nicht mehr mithalten kann, kommt man schon ins Grübeln. Als es mir in der DTM so ging, bin ich zurückgetreten.“

Hamilton selbst räumt ebenfalls ein: „Ich war einfach nicht schnell genug.“ Ein Satz, den man vom siebenfachen Weltmeister selten hört.

Formel 1 Lewis Hamilton Ferrari Ungarn 2025
Lewis Hamilton. Credit: Ferrari

Selbst am Erfolgsort läuft nichts mehr

Das Problem: Gerade auf dem Hungaroring, wo Hamilton öfter als jeder andere acht Mal siegte, wollte er sich vor der Sommerpause noch einmal in Szene setzen. Doch schon die Trainings am Freitag liefen aus seiner Sicht katastrophal.

„Es war ein riesiger Kampf mit dem Fahrverhalten des Autos“, erklärte der siebenmalige Champion bereits nach dem zweiten Training. „Es ist völlig anders als in all den Jahren zuvor hier.“ Laut Hamilton war die rote Göttin einmal mehr eine rote Diva: „Es ist nicht nur Untersteuern oder nur Übersteuern. Es ist einfach unfahrbar. Völlig aus dem Gleichgewicht.“

Hamilton: Zwischen Legende und Lebenskrise

Fest steht: Lewis Hamilton kämpft in Ungarn nicht nur mit dem Auto, sondern vor allem mit sich selbst. Die Leistung seines Teamkollegen macht das Debakel noch sichtbarer. Die Frage, die nun im Raum steht: Ist das nur eine vorübergehende Schwäche – oder das Ende einer Ära?

Die Antwort könnte es am Sonntag geben. Auf einer Strecke, auf der Hamilton einst dominierte.

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Formel 1 Ungarn Grand Prix 2025
Qualifying, Ergebnis

1. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 1:15,372 min 
2. Oscar Piastri (AUS), McLaren, 1:15,398
3. Lando Norris (GB), McLaren, 1:15,413
4. George Russell (GB), Mercedes, 1:15,425
5. Fernando Alonso (E), Aston Martin, 1:15,481
6. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, 1:15,498
7. Gabriel Bortoleto (BR), Sauber, 1:15,725
8. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:15,728
9. Liam Lawson (NZ), Racing Bulls, 1:15,821
10. Isack Hadjar (F), Racing Bulls, 1:15,915
11. Oliver Bearman (GB), Haas, 1:15,694
12. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, 1:15,702
13. Carlos Sainz (E), Williams, 1:15,781
14. Franco Colapinto (RA), Williams, 1:16,159
15. Kimi Antonelli (I), Mercedes, 1:16,386
16. Yuki Tsunoda (J), Red Bull Racing, 1:15,899
17. Pierre Gasly (F), Alpine, 1:15,966
18. Esteban Ocon (F), Haas, 1:16,023
19. Nico Hülkenberg (D), Sauber, 1:16,081
20. Alex Albon (T), Williams, 1:16,223


Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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