Formel 1

Teamchef schwärmt: So hilft Hülkenberg Haas heute immer noch

Formel 1 Nico Hülkenberg Sauber Spa 2025
Nico Hülkenberg. Credit: Sam Bagnall/Sutton Images/Sauber

Ayao Komatsu lobt Ex-Haas-Pilot Nico Hülkenberg in höchsten Tönen – und erklärt, warum der Deutsche für das Team zum Maßstab geworden ist.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Ayao Komatsu lobt Ex-Haas-Pilot Nico Hülkenberg in höchsten Tönen – und erklärt, warum der Deutsche für das Team zum Maßstab geworden ist.

Haas hat 2024 überrascht – Platz sieben in der WM war ein starkes Ausrufezeichen für das US-Team. Klar, dass Teamchef Ayao Komatsu (49) auch 2025 dieses Ziel im Visier hat. Aktuell stehen die Amerikaner auf Rang neun, nur 17 Punkte fehlen auf Aston Martin (P6). Dazwischen drängeln sich Sauber und die Racing Bulls, während Alpine abgeschlagen Letzter ist.

Haas: Neues Fahrer-Duo, alter Spirit

Statt Nico Hülkenberg und Kevin Magnussen sitzen jetzt Esteban Ocon und Rookie Oliver Bearman im Cockpit. Allein: Vor allem Hülkenberg hatte 2024 Eindruck hinterlassen – nicht nur mit Punkten, sondern auch mit seiner Art, das Team mitzuziehen. Und die wirkt bis heute nach.

Formel 1 Ayao Komatsu Haas 2025
Ayao Komatsu. Credit: James Sutton/LAT Images / Haas

Komatsu jedenfalls verrät: „Habt ihr Nico mal gefragt, wieso er so stark war? Das gründete meiner Meinung nach in einem gesunden Arbeitsklima. Ich arbeite nun 22 Jahre in dieser Branche, aber im vergangenen Jahr, als ich Teamchef von Haas wurde, hat Nico gezeigt, was der neue Maßstab hier ist.“

Hülkenbergs Arbeitsweise: Respekt statt Misstrauen

Genau diesen Spirit will Komatsu mit Ocon und Bearman fortführen. Sein Credo: Vertrauen und Transparenz. „Wenn das Umfeld stimmt, können sich die Fahrer ideal einbringen. Denn letztlich ist jeder ein Mensch, auch ein Formel-1-Pilot.“

Und er warnt: „Wenn sich Unbehagen einschleicht, wenn der Fahrer seinem Team nicht traut oder wenn die Fachkräfte dem Piloten nicht trauen, dann funktioniert das einfach nicht.“

Formel 1 Esteban Ocon Haas 2025
Esteban Ocon. Credit: Sam Bagnall/Sutton Images / Haas

Neuzugang Esteban Ocon übernimmt deshalb nun dieses Credo. Komatsu: „Esteban kam mit vielen Formel-1-Erfahrungen zu uns, mit guten und auch mit einigen weniger guten. Nun glaube ich, dass wir mit ihm genau jenes Fundament gegossen haben, das ich beschreibe. Und daran arbeiten wir jedes Rennwochenende.“

Auch Fehler im Prozess des Teambuildings verschweigt Komatsu nicht. Beispiel Silverstone: „Da haben wir mit den Piloten zu wenig offen kommuniziert. Das haben wir bald eingesehen und nach dem Grand Prix offen besprochen. Ergebnis: kein böses Blut, sondern Vertrauen und gegenseitige Hochachtung.“

GP Belgien als Lehrstück

Wie das in der Praxis aussieht, zeigte Spa: „Wir wollten einen Fahrer mit steiler gestellten Flügeln und einen mit flacher gestellten Flügeln fahren lassen“, verrät der Japaner. „Beide wussten, dass einer am Ende schneller sein würde. Als das passierte, ließ Esteban seinen Teamkollegen sofort ziehen – ohne dass wir ihn am Funk darum bitten mussten.“

Komatsus Formel für den Erfolg lautet also: Hülkenberg hat den Maßstab gesetzt, Ocon und Bearman sollen ihn fortführen – mit Respekt, Offenheit und Teamgeist jagt die US-Mannschaft WM-Rang sechs.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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