Helmut Marko blickt nach seinem Aus bei Red Bull zurück und teilt dabei gegen Ex-Teamchef Christian Horner aus.
Nach dem Ende seiner über 20-jährigen Tätigkeit bei Red Bull rechnet Helmut Marko schonungslos mit dem früheren Teamchef Christian Horner ab. Der langjährige Motorsport-Berater ist überzeugt: Max Verstappen hätte 2025 Weltmeister werden können, wenn Red Bull sich früher von Horner getrennt hätte.
„Wir mussten handeln, weil die Leistung auf der Strecke nachließ. Und wenn wir es früher getan hätten, wären wir schneller wieder auf Kurs gekommen und Max Verstappen wäre in diesem Jahr Weltmeister geworden“, sagt Marko im Gespräch mit der niederländischen Zeitung De Limburger. „Davon bin ich absolut überzeugt.“

Trotz einer starken Aufholjagd unter dem neuen Teamchef Laurent Mekies reichte es für Verstappen am Ende nur zu Rang zwei, zwei Punkte hinter Weltmeister Lando Norris. Kurz nach dem Finale in Abu Dhabi wurde bekannt, dass Red Bull und Marko ihre Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beenden – trotz laufenden Vertrags.
„Wir haben Horner als Teamchef eingesetzt, und ich war als Aufseher dabei.“
Bereits im Sommer hatte Marko gemeinsam mit Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff auf eine Absetzung Horners hingearbeitet. Die Trennung wurde öffentlich oft als interner Machtkampf dargestellt, eine Interpretation, der Marko widerspricht. „So wurde es immer in den Medien beschrieben, aber es war nichts Persönliches“, betont der 82-Jährige.
Marko erinnert an die Anfangszeit des Rennstalls: „Gemeinsam mit Didi (Dietrich Mateschitz, Anm. d. Red.) habe ich Red Bull Racing 2005 gegründet. Wir haben Horner als Teamchef eingesetzt, und ich war als Aufseher dabei. Grundsätzlich lag die Macht immer in Österreich. Wir haben die Entscheidungen getroffen.“

Nach dem Tod von Mateschitz im Oktober 2022 habe sich die Situation jedoch verändert. Marko schildert aus jenem Jahr ein prägendes Erlebnis vor dem Österreich-Grand-Prix: „Christian kam zu mir und sagte: ‚Er wird das Ende des Jahres nicht mehr erleben.‘“ Danach habe Horner begonnen, sich dem thailändischen Miteigentümer Chalerm Yoovidhya anzunähern.
„Es wurden schmutzige Spiele gespielt.“
„Als Didi später starb, hat Christian alles getan, um mit Unterstützung von Yoovidhya die Kontrolle über das Unternehmen zu übernehmen“, erklärt Marko. „Im Namen der österreichischen Seite habe ich alles unternommen, um das zu verhindern.“ Dieses Vorgehen sei erfolgreich gewesen, habe aber die Trennung von Horner notwendig gemacht.
Besonders hart fällt Markos Urteil über die letzten gemeinsamen Jahre aus: „Diese letzten Jahre mit Horner waren nicht angenehm. Es wurden schmutzige Spiele gespielt.“ Er verweist dabei auf mehrere Vorwürfe, die er als gezielte Falschdarstellungen bezeichnet. „Das war erfunden, möglicherweise von ihnen“, sagt Marko über Aussagen, die ihm im Umfeld von Horner zugeschrieben wurden.
Auch Gerüchte über angebliche Verzögerungen bei der Motorenentwicklung weist Marko zurück: „Das habe ich nie gesagt.“ Horner habe diese Vorwürfe nutzen wollen, um ihn zu suspendieren, was letztlich nicht gelang. „Als Chalerm das ebenfalls erkannte, änderte er seine Meinung.“
Für Marko ist klar: Die internen Turbulenzen kosteten Red Bull den WM-Titel und prägten das Ende einer der erfolgreichsten Führungsachsen der Formel-1-Geschichte.
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