Formel 1

McLaren-Star warnt vor Situation wie bei Senna vs. Prost

Der legendäre McLaren-Stallkrieg zwischen Ayrton Senna und Alain Prost Credit: McLaren/Twitter
Der legendäre McLaren-Stallkrieg zwischen Ayrton Senna und Alain Prost Credit: McLaren/Twitter

Bei McLaren herrscht eigentlich Friede, Freude, Papaya. Doch zwischen Lando Norris und Oscar Piastri wird der Ton spürbar rauer.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Bei McLaren herrscht eigentlich Friede, Freude, Papaya. Doch zwischen Lando Norris und Oscar Piastri wird der Ton spürbar rauer.

Bei McLaren gilt offiziell noch immer das Fairplay-Gebot – die sogenannten „Papaya-Rules“. Doch je näher der Titelkampf rückt, desto deutlicher wird: Lando Norris und Oscar Piastri sind auf Kollisionskurs.

Rennfahrer sind von Natur aus Egoisten. Die Formel-1-Geschichte liefert genug Beispiele: Hamilton vs. Rosberg, Mansell vs. Piquet oder Senna vs. Prost. Letztere lieferten sich Ende der 80er eines der legendärsten teaminternen Duelle – und genau davor will McLaren seine beiden Stars schützen.

„Jeder kennt die Geschichte von Senna und Prost und ihre Rivalität genauso wie die Geschichten anderer Rivalen abseits von McLaren“, sagt Piastri und fügt an: „Wir haben alle gesehen, wie es schiefgehen kann, aber wir haben viele Gründe, dafür zu kämpfen, dass es nicht schiefgeht.“

McLaren: WM-Kampf spitzt sich zu

Formel 1 Lando Norris und Oscar Piastri McLaren Ungarn 2025
Lando Norris und Oscar Piastri. Credit: Joe Portlock/Getty Images/McLaren

Seit Saudi-Arabien führt der Australier die Fahrerwertung an. Aktuell trennen Piastri und Norris neun Punkte, bei noch zehn ausstehenden Rennen. „Lando und ich verstehen uns gut. Wir arbeiten seit drei Jahren sehr professionell zusammen, aber wenn wir den Helm aufsetzen und auf die Strecke gehen, wollen wir den anderen schlagen. Denn nur einer kann Weltmeister werden“, betont Piastri.

Auch Norris hatte schon 2024 im Duell mit Max Verstappen klargemacht: „Ich will alle anderen schlagen, ich will unter Beweis stellen, dass ich da draußen der beste Fahrer bin. So will ich Champion werden, nicht anders.“ McLaren weiß: Früher oder später übernimmt der Killerinstinkt das Kommando.

Kanadische „rote Linie“

Nicht selten kippte in solchen WM-Duellen die Stimmung im Team – sei es nach einem Crash oder als Folge eines langen Titelkampfes. Laut Norris gab es in dieser Saison bereits einen Grenzfall: „Kanada war die rote Linie. Das ist eine Grenze, die wir nicht überschreiten wollen. Das ist uns beiden als Fahrern bewusst.“

Formel 1 Lando Norris und Oscar Piastri McLaren Ungarn 2025
Lando Norris und Oscar Piastri. Credit: Guido De Bortoli/LAT Images/McLaren

Norris weiß, wie viel Arbeit im Hintergrund steckt, damit er und Piastri um Siege kämpfen können: „Wir überschreiten eine Grenze, wenn wir die Chance auf den Sieg wegen einer Dummheit verspielen.“ Doch der WM-Kampf wird härter – auch im Freitagstraining geraten die beiden schon aneinander.

„Leclerc interessiert mich nicht“

Besonders deutlich wurde das im Ungarn, als Piastri via Boxenfunk klarmachte: „Leclerc interessiert mich nicht. Ich will die beste Strategie, um Lando zu schlagen.“

Fest steht: Die Handschuhe sind ausgezogen, der Titelkampf spätestens mit Ende der Sommerpause eröffnet. Piastris Kampfansage nach seiner Niederlage in Ungarn: „Wenn man ständig geschlagen wird, ist das kein Rezept für den Titel.“

McLaren-Boss Zak Brown bringt es auf den Punkt: „Beide können die Meisterschaft förmlich riechen, aber nur einer kann sie gewinnen. Deshalb wird es für denjenigen, der den Titel nicht holt, sicher hart.“

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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