McLaren-Teamchef Stella kündigt knallharte Analyse nach Norris-Piastri-Zoff in Singapur an.
McLaren hat sich in Singapur vorzeitig die WM-Krone aufgesetzt – und trotzdem beherrscht ein anderes Thema die Schlagzeilen nach dem Singapur-GP: der interne Zoff zwischen Lando Norris und Oscar Piastri.
Gleich in der ersten Runde krachte es beinahe zwischen den beiden Papaya-Piloten.
Norris, nach einem durchwachsenen Qualifying in Angriffslaune, zwängte sich in Kurve 3 an Max Verstappen vorbei und kollidierte dabei leicht mit Teamkollege Piastri. Beide kamen ohne größeren Schaden davon, doch die Stimmung war danach frostig. Piastri funkte sichtlich angefressen: Er fühlte sich überrumpelt – und vor allem an die ungleiche Behandlung in Monza erinnert.
Piastri: Alte Wunden reißen auf
Zur Erinnerung: In Monza musste der Australier seinen Teamkollegen kampflos vorbeilassen, nachdem Norris durch einen langsamen Boxenstopp zurückgefallen war. Teamorder – ohne eigenen Fehler. In Singapur blieb eine Reaktion der Teamleitung nach dem robusten Norris-Manöver jedoch aus. Für Piastri ein deutliches Zeichen: Gleiche Regeln für alle? Fehlanzeige. Das war seinem Gesicht beim Teamfoto auch anzusehen. Während Norris strahlte, schmollte Piastri.

Teamchef Andrea Stella sieht sich deshalb in der Pflicht und kündigt jetzt eine gründliche Aufarbeitung an: „Die Review muss sehr detailliert und analytisch sein. Wir müssen die Perspektiven beider Fahrer berücksichtigen. Es geht nicht nur um Punkte, sondern um das Vertrauen unserer Fahrer und wie wir als Team arbeiten.“
Der Italiener weiß: Wenn man zwei WM-Anwärter im eigenen Haus hat, sind Konflikte programmiert. Doch McLaren hat durch seine eigenen Eingriffe in den letzten Monaten ein Regelwerk geschaffen, das zunehmend unter Druck gerät.
„Papaya Rules“ stoßen an Grenzen
McLarens interne „Papaya-Rules“ waren 2025 eigentlich ganz simpel: Die Fahrer dürfen frei kämpfen, aber nicht crashen. Statt diese Philosophie konsequent durchzuziehen, griff das Team jedoch mehrfach regulierend ein. Eine Mischung, die langfristig kaum funktioniert.
Dass es nach dem fixen Konstrukteurstitel zwischen Norris und Piastri knistert und knallt, überrascht nicht. In jedem teaminternen Titelkampf bröckelt irgendwann die Harmonie. McLaren hätte das frühzeitig erkennen und eine klarere Linie fahren müssen.
McLaren-Bosse müssen jetzt liefern
Für die kommenden Rennen muss das Team eine Entscheidung treffen: Entweder lässt man Norris und Piastri wirklich frei gegeneinander fahren – oder man setzt klare, einheitliche Regeln durch. Halbherzige Eingriffe wie bisher könnten das Vertrauen der Fahrer nachhaltig beschädigen.
„Sobald man das ‚Let them race‘-Prinzip anwendet, wird es schwierig“, so Stella weiter. Klar ist: Beide Fahrer haben kein Interesse mehr an Kompromissen. Und im Kampf um den Fahrertitel wird McLaren jede Unstimmigkeit doppelt teuer bezahlen.
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