Formel 1

Böser McLaren-Verdacht gegen Verstappen

Formel 1 Oscar Piastri vor Max Verstappen McLaren Red Bull Silverstone 2025
Oscar Piastri vor Max Verstappen. Credit: Andy Hone/LAT Images/McLaren

Silverstone-Knall im Nachgang: McLaren-Teamchef Andrea Stella erhebt nach dem Heim-Triumph von Lando Norris schwere Vorwürfe – gegen niemand Geringeren als Max Verstappen.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Silverstone-Knall im Nachgang: McLaren-Teamchef Andrea Stella erhebt nach dem Heim-Triumph von Lando Norris schwere Vorwürfe – gegen niemand Geringeren als Max Verstappen.

Während Norris im Regen-Chaos von Silverstone endlich seinen ersten Sieg vor heimischem Publikum feiern durfte, herrschte im zweiten McLaren-Lager dicke Luft. Oscar Piastri, lange in Führung und auf Kurs zum Sieg, wurde nach einem heiklen Manöver vor dem zweiten Restart mit einer 10-Sekunden-Strafe und zwei Strafpunkten belegt – der Traum vom Grand-Prix-Sieg war dahin.

Was war passiert? Kurz vorm Restart bremste der Australier auf der Geraden stark ab, Verstappen musste im Red Bull ausweichen. Die Rennleitung wertete das als „unnötiges und gefährliches Bremsmanöver“ und brummte Piastri die Strafe auf.

Für McLaren völlig überzogen – und für Teamchef Andrea Stella der Anlass für eine brisante Vermutung.

McLaren: „Verstappen hat die Situation ausgenutzt“

„Ich habe mir die Daten und das Video noch einmal genau angesehen“, so Stella nach dem Rennen. „Die Strafe ist immer noch sehr hart. Der Safety-Car-Call kam extrem spät, keiner hatte richtig Zeit, die Reifen und Bremsen aufzuwärmen. Die 50 PSI Bremsdruck sind normal in so einer Phase.“

Formel 1 Oscar Piastri und Max Verstappen hinter dem Safety Car Silverstone 2025
Oscar Piastri und Max Verstappen hinter dem Safety Car. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Dann schiebt der Italiener nach: „Wir müssen uns fragen, ob andere Fahrer die Situation schlimmer aussehen ließen, als sie war. Wir wissen, dass es Konkurrenten gibt, die Dinge gern so darstellen, dass es für den anderen aussieht wie ein grober Regelverstoß.“

Auf gut Deutsch: Verstappen habe clever taktiert und Piastri mit seinem Funkspruch und seinem Ausweichmanöver bei den Stewards angeschwärzt.

Red Bull: „Klares Vergehen“

Red Bull und die Rennleitung sehen das naturgemäß anders. „Gefährliches Bremsen“ lautete der Vorwurf – und dafür gab es keine Diskussion. Verstappen selbst kommentierte die Szene nur knapp: „Ich musste ausweichen, sonst hätten wir beide da gestanden.“

Besonders pikant: Vor zwei Rennen in Montreal war eine ähnliche Szene zwischen Russell und Verstappen noch ohne Strafe geblieben. Allerdings war die Strecke damals trocken – und Russell bremste mit nur halb so viel Druck wie Piastri in Silverstone.

Formel 1 Oscar Piastri McLaren Silverstone 2025
Oscar Piastri. Credit: Zak Mauger/LAT Images/McLaren

Für McLaren bleibt nach dem emotionalen Heimspiel damit ein fader Beigeschmack. „Ich bin unglaublich stolz auf das Team und auch auf Oscar“, sagte Stella dennoch. „Er wird daraus lernen.“

Der Verdacht bleibt dennoch im Raum. Und das nächste Aufeinandertreffen mit Verstappen dürfte folglich noch ein bisschen mehr Zündstoff haben.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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