Damon Hill kämpfte zwischen 1994 und 1996 gegen Michael Schumacher um den WM-Titel in der Formel 1. Jetzt berichtet er, wie das Duell gegen Schumi wirklich war.
Sie lieferten sich Mitte der 90er Jahre einen der legendärsten WM-Zweikämpfe der Formel 1: Michael Schumacher und Damon Hill. Zwei Jahre lang zog der Brite gegen den jungen Deutschen den Kürzeren, ehe er sich 1996 doch noch zum Weltmeister krönte. Jetzt blickt Hill auf die Rivalität zurück – und gibt dabei seltene Einblicke, wie Schumacher wirklich tickte.
Hill über Schumacher: „Er hat das Beste aus mir herausgeholt“
Im Gespräch mit dem Guardian räumt Hill ein: „Ich war bei weitem nicht so gut wie er, und ich werde niemals so tun, als wäre ich es gewesen. Aber ihn als Gegenpol zu haben, hat das Beste aus mir herausgeholt. Ich weiß, wie es ist, wenn man bis zum Äußersten getrieben wird.“
Die Duelle zwischen Hill und Schumacher hielten die Formel-1-Welt in Atem – und lieferten unvergessliche Szenen. Etwa beim dramatischen Saisonfinale 1994 in Adelaide, als sich die Rivalen nach Schumachers Ausrutscher berührten und der Deutsche seinen ersten WM-Titel feierte. Oder der Crash beim Silverstone-GP 1995.

Hill: „Eine unangenehme Situation“
Hill erinnert sich aber auch an eine weniger bekannte Szene: den britischen Grand Prix 1994. Hill gewann das Rennen, während Schumacher disqualifiziert wurde – und dabei auch eine schwarze Flagge ignorierte. Nach dem Zieleinlauf kam es beim Gang aufs Podium zu einem bizarren Moment: Schumacher schlug Hill spielerisch, aber spürbar auf den Schirm seiner Kappe.
„Er war verlegen und wusste nicht, wie er auf jemanden reagieren sollte, der ihn geschlagen hatte“, sagt Hill. „Es war eine unangenehme Situation. Ich habe versucht, mit ihm ins Gespräch zu kommen, aber es war unmöglich. Unsere Werte waren unterschiedlich.“
Ob Schumacher wirklich nicht mit der Niederlage umgehen konnte oder eher frustriert über seine Strafe war, bleibt offen. Fakt ist: Schumacher holte sich 1994 und 1995 die WM-Titel – Hill blieb zunächst nur die Rolle des Verfolgers.
Hill: „Ich bin stolz, dass ich es geschafft habe“
Rein sportlich, so Hill, habe er es als älterer Fahrer gegen den zehn Jahre jüngeren Deutschen schwer gehabt. „Manchmal konnte ich mit ihm mithalten, aber mit 36 Jahren war es hart. Er war 26, ich kämpfte gegen die Zeit.“
1996, nach Schumachers Wechsel zu Ferrari, erfüllte sich Hill dann doch noch seinen großen Traum vom Titel. „Ich bin stolz auf mich, dass ich das geschafft habe“, sagt er heute. „Es ist eine große Ehre, in einer so harten Sportart an die Spitze zu kommen.“
Eine enge Freundschaft ist aus der Rivalität nie geworden. Doch Respekt – den haben sich Hill und Schumacher danach immer gezollt.
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