Formel 1

Häkkinen vergleicht WM-Fight mit Kampf gegen Schumacher

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Lewis Hamilton Mercedes Brasilien GP 2021
Lewis Hamilton im Duell mit Max Verstappen. Credit: LAT/Pirelli

In der Formel 1 steht heute die FIA-Anhörung zum Duell zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton auf dem Programm. Mika Häkkinen mischt sich ein

Bianca Garloff
Bianca Garloff

In der Formel 1 steht heute die FIA-Anhörung zum Duell zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton auf dem Programm. Mika Häkkinen mischt sich ein

Das Duell Max Verstappen gegen Lewis Hamilton hat beim GP Brasilien die Massen elektrisiert. In Kurve 48 setzte der Mercedes-Star zum Überholmanöver an, doch Verstappen konterte mit seinem Red Bull auf der Innenbahn. Beide Rivalen bremsten extrem spät und verließen die Strecke. Hamilton musste Verstappen ausweichen, um eine Kollision zu verhindern. Erst später zog er dann doch noch am Holländer vorbei in Richtung Sieg.

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Eine Strafe oder gar Untersuchung der Szene gab es nicht, obwohl der Fahrer auf der Innenbahn dem Angreifer eine Wagenbreite Platz lassen muss. Das will Mercedes so nicht stehen lassen. Heute im 17.30 Uhr (15.30 Uhr deutscher Zeit) soll per Videokonferenz das Recht auf Revision geprüft werden. Klar ist: Mercedes fordert eine erneute Untersuchung des Vorfalls.

Bei Red Bull sieht man der Befragung gelassen entgegen. Dass Mercedes entsprechend notwendige neue Beweise vorlegen kann, glaubt man nicht. Auch Formel-1-Insider gehen davon aus, dass das Weltmeisterteam um Boss Toto Wolff mit dem Ersuchen keinen Erfolg hat – genau wie Red Bull, als man die 10-Sekunden-Zeitstrafe von Lewis Hamilton nach der Kollision mit Verstappen in Silverstone hinterfragte.

Auch Ex-Weltmeister Mika Häkkinen wünscht sich, dass das Duell aus Brasilien nicht nachträglich mit einer Strafe belegt wird.

Mika Häkkinen Credit: Daimler AG
Mika Häkkinen Credit: Daimler AG

„Ich war Stallgefährte von Ayrton Senna und Gegner von Michael Schumacher“, sagt er in seiner Kolumne von Unibet. „Beide waren dafür bekannt, hin und wieder überaus aggressiv vorzugehen. Ich muss dann jeweils an das berühmte Foto von mir und Michael denken, als ich ihm nach dem Rennen von Belgien 2000 erklärte, dass ich sein Manöver nicht geschätzt habe. Ich liebe harten Rennsport, aber die Autos sollten schon auf dem Asphalt bleiben.“

Verstappens Manöver war für den finnischen Weltmeister von 1998 und 99 dagegen im Rahmen. „Ich war froh zu sehen, dass es nach der Aktion von Max und Lewis keine Strafe gab. Beide kamen von der Strecke ab, beide kamen in gleicher Position auf die Bahn zurück, die Autos waren nicht beschädigt. Aber wie nach der Disqualifikation bin ich überzeugt, dass Hamilton dadurch nur noch mehr entschlossen war, den Sieg zu holen. Mir ging es damals beim Duell mit Schumacher ähnlich. Nachdem ich ins Gras gedrückt war, wollte ich unbedingt an ihm vorbei. Was mir gelang.“

Häkkinen erwartet extrem spannenden Endspurt

Häkkinen erwartet einen extrem spannenden Endspurt, der an diesem Wochenende mit dem GP in Katar beginnt. „Wir stehen vor drei Rennen, die uns begeistern werden. Der richtige Weg zu Titel ist in Form von hartem, aber fairem Sport, mit fabelhaften Überholmanövern. Auf keinen Fall darf der Titelkampf durch Unfälle, Sitzungen der Rennkommissare und Strafen entschieden werden!“

Auf einen Sieger festlegen will sich Häkkinen nicht. „Max hat den Höhepunkt seiner bisherigen Karriere erreicht. Er führt die WM an und ist wild entschlossen, diese Führung zu verteidigen. Das umstrittene Manöver Brasilien zeugt davon, wie viel Max zu riskieren gewillt ist, um die Nase vorn zu behalten. Ich bin aber nicht sicher, ob Hamilton ein Fahrer ist, der sich davon einschüchtern lässt. Ganz im Gegenteil wird er von einer Herausforderung zusätzlich angestachelt.“

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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