Formel 1

Erste Strafe geht an Mercedes-Power

George Russell Credit: Williams
George Russell Credit: Williams
Michael Zeitler
Michael Zeitler

George Russell muss als erster Fahrer in diesem Jahr in der Startaufstellung nach hinten, weil der die Zahl der erlaubten Motorkomponenten überschreitet.

Das ist eine kleine Überraschung. Die erste Gridstrafe für den Gebrauch zusätzlicher Motorkomponenten geht nicht an einen Fahrer, der von einem Honda-, Renault- oder Ferrari-Motor angetrieben wird, sondern an George Russell, in dessen Williams die Power Unit von Klassenprimus Mercedes verbaut ist.

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Russell braucht für den Türkei-GP eine vierte Einheit des Verbrennungsmotors, des Turboladers und der MGU-H (Rückgewinnungssystem am Abgastrakt). Daher muss er das Rennen von ganz hinten aus in Angriff nehmen. Bitter: Russell schaffte in sieben von 13 Saisonsrennen 2020 den Einzug in die zweite Qualifyinggruppe. Das wird ihm in Istanbul nun nichts bringen.

George Russell muss als erster Fahrer in diesem Jahr in der Startaufstellung nach hinten Credit: Williams
George Russell muss als erster Fahrer in diesem Jahr in der Startaufstellung nach hinten Credit: Williams

Dass Russell ans Limit gerät, war nach dem ersten Rennen schon abzusehen. Da platzte dem Briten bereits der erste Motor. Schon beim zweiten Grand Prix in der Steiermark hatte er daher den zweiten Verbrenner, Turbolader und MGU-H verbaut. Beim Italien-GP in Monza kam dann die dritte Einheit.

Kurios: Russell ist der einzige Fahrer, der noch mit der ersten Batterie fährt!

Auch für die restlichen Fahrer wird es langsam eng. Nur die Alfa-Romeo-Piloten Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi haben zum Teil noch Luft bei einzelnen Komponenten. Alle anderen operieren am Limit.

Daher dürfte sich auch Carlos Sainz Sorgen machen. Im ersten Training zum Türkei-GP hatte er ein Problem mit der Power Unit. Kann das nicht behoben werden, müsste auch er eine Rückversetzung in der Startaufstellung hinnehmen. Der knallharte Kampf um Platz drei in der Konstrukteurswertung wird also auch über die Zuverlässigkeit entschieden. 

Mit dem Türkei-GP stehen noch vier Rennen auf dem Programm.

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Autor

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Nach dem Politikwissenschaftsstudium stellte er fest: Interessant, aber der Motorsport ist dann doch spannender. Als Kind der Schumi-Ära hat Michael Zeitler kaum ein Formel-1-Rennen verpasst und Gefallen auch an anderen Rennserien wie der IndyCar gefunden. Nach ersten journalistischen Erfahrungen, etwa im Regionalfernsehen, kam er im Oktober 2015 als Volontär und schließlich als Redakteur zu AUTO BILD MOTORSPORT. Seit 2020 gehört er zum Team F1-Insider.


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