Formel 1

Formel-1-Hammer: Personalumbau bei F1-Besitzer

Formel 1 Zandvoort Start 2025
Credit: Mark Thompson/Getty Images / McLaren

Paukenschlag bei Liberty Media: Strippenzieher John Malone gibt den Vorsitz ab. Ein alter Bekannter übernimmt – und soll den F1-Boom fortsetzen.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Paukenschlag bei Liberty Media: Strippenzieher John Malone gibt den Vorsitz ab. Ein alter Bekannter übernimmt – und soll den F1-Boom fortsetzen.

In der Formel-1-Chefetage steht ein Machtwechsel an. John Malone, seit Jahren Schlüsselfigur der F1-Promoterfirma, zieht sich zum Jahresende als Chairman von Liberty Media und Liberty Global zurück. Der 84-jährige US-Milliardär bleibt dem Unternehmen aber als „emeritierter Vorsitzender“ und strategischer Berater erhalten.

Der Nachfolger steht bereits fest: Robert R. „Dob“ Bennett. Ein Name, der Motorsport-Fans bislang kaum geläufig sein dürfte – in der Liberty-Welt dagegen alles andere als ein Unbekannter. Bennett ist seit Jahrzehnten Malones vertrauter Wegbegleiter und sitzt seit 1994 im Liberty-Vorstand, war zudem jahrelang Präsident und CEO.

Malone geht – mitten im Formel-1-Erfolgsrausch

Malone verabschiedet sich in einer Phase, in der die Formel 1 so stark dasteht wie lange nicht. 2016 übernahm Liberty Media die Königsklasse für rund 3,7 Milliarden Euro – heute ist der Wert der Rennserie deutlich höher.

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Las Vegas 2024
Max Verstappen. Credit: Red Bull Content Pool

Netflix-Doku, Social-Media-Push, US-Boom mit Las Vegas, Miami und Austin – unter Malone und Liberty wurde die F1 vom Europa-Zirkus zum globalen Entertainment-Produkt. In den USA erreicht die Serie heute Rekordeinschaltquoten und ein junges Publikum.

Malone zum Schritt: „Es ist ein geeigneter Zeitpunkt, mich von einigen Verpflichtungen zurückzuziehen.“ Gleichzeitig lobt er seinen Nachfolger als Partner „seit 35 Jahren“ und bleibt selbst als Großaktionär an Bord. Ein Signal: Die Marschrichtung soll bestehen bleiben.

Künftig führt Bennett ein Dreier-Team an der Spitze: Gemeinsam mit Präsident Derek Chang und Ex-F1-Boss Chase Carey bildet er das Executive Committee.

Was bedeutet das für die Formel 1?

Kurzfristig: wenig. Libertys Kurs bleibt „Entertainment first“ – Show, Expansion, Marketing, digitale Reichweite. Die USA bleiben Wachstumsmotor, Parallelprojekte wie MotoGP-Integration laufen weiter.

Spannend wird, wie Bennett Themen wie künftige Team-Einstiege, die US-Monopolsport-Regeln, das künftige Motoren- und Chassis-Reglement sowie das Verhältnis zu FIA-Boss Mohammed Ben Sulayem managt. 

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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