Damon Hill war der erste große WM-Rivale von Michael Schumacher. Nun enthüllt der Brite: Fast wären die beiden Teamkollegen geworden.
Schon jetzt steht fest: Die Formel-1-Saison 2026 wird Schlagzeilen produzieren – noch und nöcher. Auf der Strecke sowieso – denn Autos und Motoren sind komplett neu. Keiner weiß, wer wie aufgestellt ist. Ein großes Rutschen im Ranggefüge der Königsklasse ist möglich.
Sobald das Kräfteverhältnis einigermaßen sortiert ist, wird es aber auch abseits der Strecke heiß. Die meisten Fahrerverträge laufen aus, und es ist unwahrscheinlich, dass die Cockpitbesetzung 2027 genauso bleibt wie 2026. Keiner kann sich vorstellen, dass Lewis Hamilton auch 2027 noch für Ferrari fährt, wenn er wieder so weit abgeschlagen ist wie 2025. Keiner kann sagen, wohin es Superstar Max Verstappen zieht. Mit bald 45 Jahren könnte auch die Zeit für Fernando Alonso langsam ablaufen. Und das sind nur drei prominente Namen auf dem Transfermarkt.
Die Transferzeit heißt nicht umsonst Silly Season. Wilde Spekulationen, wer wohin wechseln könnte, begleiten die Formel 1 seit jeher. Manche Sensations-Transfers werden spruchreif, andere aber platzen, obwohl darüber über Monate berichtet wird. Es hat Wochen gedauert, bis Max Verstappen öffentlich erklärte: Er wechselt 2026 nicht zu Mercedes, sondern bleibt bei Red Bull.
Hill und Schumacher: große Rivalen
Manche mögliche Wechsel werden aber nie wirklich thematisiert, dringen erst nach Jahren oder Jahrzehnten an die Öffentlichkeit. Peter Sauber sprach jüngst von einem Treffen am Flughafen Kloten, bei dem es darum ging, dass Lewis Hamilton seine ersten Formel-1-Gehversuche 2007 für Sauber hätte absolvieren sollen – nicht direkt für McLaren. „Der Deal platzte, weil McLaren ihn nur für ein Jahr ausleihen wollte“, so Sauber. Das kam für den Schweizer aber nicht infrage.
Eine weitere Transferbombe platzte 1997, wie Damon Hill jetzt im Podcast Stay on Track enthüllte. Rückblende: Der Sohn des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters Graham Hill kam 1992 mit Brabham in die Formel 1, wechselte 1993 zu Williams und kämpfte dort ab 1994 um den WM-Titel. Sein großer Rivale: Michael Schumacher. 1994 und 1995 zog Hill den Kürzeren. Immer wieder kamen sich die beiden dabei in die Quere.
Besonders umstritten: die Titelentscheidung 1994 im Finalrennen von Adelaide (Australien). Schumacher touchierte damals mit seinem Benetton-Ford die Mauer, schleppte seinen torkelnden Wagen aber zurück auf die Strecke. Hill konnte sein Glück kaum fassen, wollte durchschlüpfen – was ihm den Titel gesichert hätte. Schumacher aber machte zu, Hills Williams-Renault nahm Schumis Benetton auf die Hörner. Beide fielen aus, Schumacher war Meister.
Hill gab Jahre später zu: „Wahrscheinlich hätte ich noch eine Kurve warten müssen. Ich war zu ungeduldig. Ich hätte wissen müssen, dass er sich mit allen Mitteln verteidigt.“
Hill verhandelte mit Ferrari
1996 wechselte Schumacher mit vielen wichtigen Benetton-Leuten zu Ferrari. Es brauchte seine Zeit, bis dort alle Räder ineinandergriffen. Hill hatte nun leichtes Spiel und holte sich 1996 überlegen den Titel. Die Stimmung der beiden war von Respekt geprägt, nicht aber von Freundschaft. Die Rivalität hinterließ Spuren.
Trotzdem wären beide 1997 fast Teamkollegen geworden. Hill verließ Williams Ende 1996 und brauchte ein Cockpit. Ferrari-Rennleiter Jean Todt träumte von großen Namen bei Ferrari. Schon für 1996 wollte er neben Michael Schumacher Alain Prost haben – einen viermaligen Weltmeister. Aber der Deal platzte aus denselben Gründen wie der Wechsel von Hill zu Ferrari.
Nummer-2-Status ließ Deal platzen
Hill erzählt: „Ich brauchte damals dringend ein Cockpit, und Jean Todt meinte, ich solle doch mal vorbeikommen und mit ihm reden, dann könnten wir das Ganze bequatschen – ganz unverbindlich. Also bin ich nach Italien gefahren und habe ihn in einem Haus getroffen. Er sagte zu mir: ‚Du müsstest die Nummer 2 sein hinter Michael.‘ Nun, da habe ich abgelehnt.“
Stattdessen landete Damon Hill bei Arrows – mit dem kein Blumentopf zu gewinnen war. Außer beim Ungarn-GP dank der Bridgestone-Reifen. Doch auch da schnappte ihm Jacques Villeneuve in der letzten Runde den Sieg weg, weil Hills Arrows-Yamaha Hydraulikprobleme bekam. Platz zwei war dennoch ein sensationelles Resultat für das Mittelfeldteam.
Die Geschichte zeigt: Geplatzte Transfers kommen auch bei Champions vor. Weitere Beispiele, die letztlich trotz Verhandlungen nicht klappten: Alberto Ascari 1954 für Mercedes, Niki Lauda 1977 bei Wolf, James Hunt 1985 bei Williams, Emerson Fittipaldi 1989 für Minardi oder Nelson Piquet 1991 bei Ferrari.
Rosberg hätte fast Schumis Debüt verhindert
Oder: Keke Rosberg, 1982 Formel-1-Weltmeister, hätte fast das Debüt von Michael Schumacher verhindert. Denn auch er stand auf der Liste der Fahrer, die beim Belgien-GP 1991 für den inhaftierten Bertrand Gachot hätten einspringen sollen. Rosberg arbeitete an einem Comeback, scheiterte aber wie zuvor schon 1989 bei Benetton und 1990 für Onyx.
Und McLaren wollte 1988 eigentlich Nelson Piquet als Teamkollegen von Alain Prost haben. Prost verriet, dass er es selbst war, der sich für Ayrton Senna aussprach. Die beiden führten bei McLaren eine bittere Rivalität.
Zurück zu Damon Hill und dem Ferrari-Angebot 1997: „Jemand hat Jean Todt vor Jahren gefragt, ob es dieses Angebot gab, und er hat bestritten, dass ich jemals mit ihm gesprochen habe. Also muss ich das wohl geträumt haben!“, grinst Hill. Zumindest das ist ein Traum geblieben: Damon Hill und Michael Schumacher im Ferrari.
FOLGT UNS AUF YOUTUBE!
DAS IST F1-Insider.com!