Formel 1

Sebastian Vettel „soll aufhören vom Comeback zu träumen“

Sebastian Vettel Porsche Test 2024
Sebastian Vettel. Credit: Porsche

Sebastian Vettel büffelt gerade für die Landwirtprüfung. Denkt er noch an den Motorsport?

Ralf Bach
Ralf Bach

Sebastian Vettel büffelt gerade für die Landwirtprüfung. Denkt er noch an den Motorsport?

Still geworden ist es in letzter Zeit um Sebastian Vettel (37), den letzten deutschen Mega-Star in der Formel 1. Offiziell zurückgetreten vom aktiven Motorsport ist er noch nicht. Aber:  Die Pläne, mit Porsche bei den 24 Stunden von Le Mans anzutreten, sind auf Eis gelegt. Aus familiären Gründen, so heißt es. Fest steht nur: Vettel wird Anfang März in Australien für Deutschland beim „Race of Champions“ antreten – zusammen mit Mick Schumacher. 

Bis dahin büffelt Vettel in der Schweiz für seinen Abschluss als Landwirt. Schließlich braucht er eine Legitimation, seinen eigenen Hof zu bewirtschaften. Am Berufsbildungszentrum (BBZ) Pfäffikon hat der viermalige Formel-1-Weltmeister den „Direktzahlungskurs Landwirtschaft“ belegt. „Wenn ich den Kurs bestehe, eigne ich mich, einen eigenen Betrieb zu führen“, so Vettel.

Vettel will Bauer werden

Laut BBZ lernen Kursteilnehmer „viel über Pflanzenbau, Tierhaltung und Landtechnik und werden mit der ökologischen und tiergerechten Bewirtschaftung vertraut gemacht. Zum Kursinhalt gehören auch weitere Aspekte wie Marketing, Agrarpolitik und die Betriebsführung samt Buchhaltung und Finanzierungen.“ 

Formel 1 Sebastian Vettel Imola 2024
Sebastian Vettel. Credit: Red Bull Content Pool

Der aktuell laufende Kurs hat seine schriftliche Prüfung bereits im Dezember 2024 abgelegt. Die mündlichen Prüfungen finden im April und Mai 2025 statt – wenn Sebastian Vettel besteht, dürfte er sich also schon in wenigen Monaten offiziell als Landwirt bezeichnen. Vettel über seine Motivation, Bauer zu werden: „Das Potenzial in der Landwirtschaft fasziniert mich, auch für das Klima, für die Veränderungen und Herausforderung, vor der wir alle stehen.“ 

F1-Insider.com erfuhr indes: Ganz abgeschlossen hat Vettel noch nicht mit seiner Formel-1-Karriere. Er fühle sich noch fit genug, sagt er im vertrauten Kreis. Die noch aktiven Fernando Alonso (43, Aston Martin) und Lewis Hamilton (40, Ferrari) seien wesentlich älter. Er werde weiter nach einer Comeback-Möglichkeit Ausschau halten.

Dazu passt: Sein Rücktritt Ende 2022 war nicht ganz freiwillig. Aston Martin wollte nicht verlängern, andere ihm keinen neuen Vertrag geben.

Bei Audi sprach Vettel mit dem damaligen Projektleiter Andreas Seidl, bot seine Dienste an. Der jagte aber lieber Vettels Nachfolger bei Ferrari, Carlos Sainz und unterzeichnete schließlich mit Vettels Landsmann Nico Hülkenberg, um den Quotendeutschen beim Ingolstädter Konzern zu haben. 

Marko wollte Vettel schützen

Formel 1 Sebastian Vettel Red Bull Helmut Marko
Sebastian Vettel und Dr. Helmut Marko. Credit: Red Bull Content Pool

Auch Gespräche mit Red Bull scheiterten. Helmut Marko (81), Chefberater bei den Österreichern und immer noch Vertrauter Vettels (zusammen gewannen sie von 2010 bis 2013 vier Titel), zu F1-Insider.com: „Sebastian wäre gerne neben Max Verstappen bei uns gefahren. Aber das hätte keinen Sinn gemacht, auch um ihn zu schützen. Max hätte ihn klar geschlagen und Sebastians Ruf geschädigt. Das konnte und wollte ich nicht zulassen.“

Ähnlich sieht es David Coulthard (53), ehemaliger Williams, McLaren-Mercedes und Red-Bull-Pilot. Die schottische Formel-1-Ikone rät Vettel auch in Zukunft dringend von Comeback-Plänen ab. Dabei ist seine Wortwahl nicht zimperlich. „Er soll es lassen und aufhören zu träumen, er werde schneller sein, nachdem er sich ein paar Jahre frei genommen hat. Die Stoppuhr lügt nicht. Er war auch bei Aston Martin am Ende schon nicht mehr ganz auf der Höhe.“

Vettel wird das nicht gefallen. Und allem zum Trotz weiter seine Chance suchen. Denn, wer ihn kennt, weiß: Der Traktor wird ihm auf Dauer nicht genügen…

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Autor

Ralf Bach
Ralf Bach

Ralf Bachs Zuhause ist der Formel-1-Zirkus. Seit rund 30 Jahren berichtet er für SPORT BILD, AUTO BILD MOTORSPORT, SPORT1 und das Ippen-Netzwerk (TZ München, Frankfurter Rundschau) von der Königsklasse. Für seine exklusiven Stories wurde er in die „Paddock Hall of Fame“ der Formel 1 aufgenommen. Auf F1-Insider.com schildert er, wie die Protagonisten ticken. Twitter: @ralfbond


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