Formel 1

Schon vor Red Bull-Debüt: Tsunoda misstraut Verstappen

Formel 1 Yuki Tsunoda Red Bull Japan 2025
Yuki Tsunoda. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Yuki Tsunoda gibt in Japan sein Red-Bull-Debüt – und muss sich direkt neben Max Verstappen behaupten. Keine leichte Aufgabe, wie seine Vorgänger schmerzhaft erfahren haben.

Ralf Bach
Ralf Bach

Yuki Tsunoda gibt in Japan sein Red-Bull-Debüt – und muss sich direkt neben Max Verstappen behaupten. Keine leichte Aufgabe, wie seine Vorgänger schmerzhaft erfahren haben.

Das kann ja heiter werden! Alle Augen sind nach seinem Wechsel zu Red Bull bei seinem Heimrennen in Japan am Sonntag auf Yuki Tsunoda gerichtet. Die Frage, die sich Insider und Fans der automobilen Königsklasse gleichermaßen stellen: Kann er dem Lenkrad-Titanen Max Verstappen einigermaßen Paroli bieten oder ist er der nächste, der gnadenlos als Teamkollege des Niederländers scheitert?

Wie Daniel Ricciardo, der lieber zu Renault flüchtete als weiter neben dem Weltmeister zu fahren. Wie Pierre Gasly, Alexander Albon, Sergio Perez oder zuletzt Liam Lawson, dem schon nach dem zweiten Saisonrennen in China der Stuhl neben dem holländischen Dominator zu heiß wurde und der gegen den Japaner ausgetauscht wurde.

Tsunodas Ziel klingt selbstbewusst

Formel 1 Yuki Tsunoda Red Bull Japan 2025
Yuki Tsunoda. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Allein: An Selbstbewusstsein scheint es dem Japaner nicht zu fehlen. Ein Podium sei das Ziel, verkündete er zunächst kess. Dann relativierte er aber, vernünftigerweise, seine ersten Ansprüche mit dem bisher nur von Verstappen zu bändigen Roten Bullen: „Q3 im Qualifying und ein Platz in den Punkten“, diese Kombination strebe er nun an.

F1-Insider erfuhr: Tsunoda, Liebling von Red Bulls Motorenpartner Honda, wird die Saison auf jeden Fall im Red Bull zu Ende fahren. Ein weiteren Wechsel kann sich die zerrissene und zuletzt chaotisch wirkende Führungsriege um Teamchef Christian Horner nicht mehr leisten.

Fest steht: Das gibt Tsunoda mehr Zeit, um sein Ziel zu erreichen – der erste Red-Bull-Pilot seit fast zwei Jahren zu sein, der gewinnt und nicht Verstappen heißt. Sergio Perez war der letzte Glückliche, den Victoria küsste. Beim GP von Aserbaidschan 2023 hatte er die Nase vorn. Seitdem ging es nur noch abwärts für den Piloten im zweiten Red Bull. 

Keine Unterstützung von Verstappen

Das Problem: Viel Unterstützung kann Tsunoda von Verstappen nicht erwarten. Nicht weil der vierfache und amtierende Weltmeister ihn nicht mag. Da geht es eher ums Prinzip. Verstappen war gegen einen Fahrertausch. Das machte er intern und sogar extern allzu deutlich, markierte sogar einen Post seines Landsmanns Guido van der Garde mit „Gefällt mir“.

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Japan 2025
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Der ehemalige Formel-1-Pilot Van der Garde hielt es für einen gravierenden Fehler, Lawson zu ersetzen. Er sprach sogar von Mobbing. Verstappen, in Japan auf die Unterstützung des Posts angesprochen, steht dazu: „Es gibt Likes, die passieren aus Versehen. Dieser fällt nicht darunter!“

Tsunoda bekommt die eisige Red Bull-Atmosphäre und das Potential für Grabenkämpfe also schon zu spüren. Er gibt das auch selbst zu, berichtete, dass Verstappens Begrüßung sehr kühl gewesen sei. Einen kurzen Handschlag hätte es gegeben und den Hinweis, er müsse sich gefälligst um sich selbst kümmern.

Das Misstrauen des Japaners geht schon vor seinem Red-Bull-Debüt so weit, dass er Verstappen nicht traut. „Selbst wenn ich ihn an die Schulter tippen und etwas über das Auto fragen würde, ich denke nicht, dass er die Wahrheit sagen würde“, gestand Tsunoda am Rande des GP Japan. Und weiter:  „Ich muss für mich selbst aus den Daten und in den Onboards erkennen, wie er fährt.“

Fest steht: Aller Anfang ist schwer, aber der von Yuki Tsunoda unter diesen Umständen besonders.

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Autor

Ralf Bach
Ralf Bach

Ralf Bachs Zuhause ist der Formel-1-Zirkus. Seit rund 30 Jahren berichtet er für SPORT BILD, AUTO BILD MOTORSPORT, SPORT1 und das Ippen-Netzwerk (TZ München, Frankfurter Rundschau) von der Königsklasse. Für seine exklusiven Stories wurde er in die „Paddock Hall of Fame“ der Formel 1 aufgenommen. Auf F1-Insider.com schildert er, wie die Protagonisten ticken. Twitter: @ralfbond


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