FIA-Präsident will zurück in die Vergangenheit: Laute V8-Sauger statt Turbo-Hybrid.
Krachender Sound statt leiserer Effizienz – FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem überrascht mit einem klaren Bekenntnis zu V8-Motoren in der Formel 1.
In einer Medienrunde sprach der Emirati von einem „richtigen Weg“ und nannte sogar einen Zeitplan für das spektakuläre Comeback.
Schon 2026 will die Formel 1 eigentlich ihr neues Motorenreglement starten, das eine Weiterentwicklung der aktuellen 1,6-Liter-V6-Turbo.Hybridaggregate darstellt. Geplant: ein noch höherer Elektrifizierungsgrad – 50 Prozent der Antriebsleistung und damit rund 500 PS sollen dann von der Batterie kommen. Doch offenbar wächst intern die Skepsis.
Formel-1-Antrieb: „Zu kompliziert, zu teuer“
Schon Anfang des Jahres wurde in der F1-Kommission diskutiert, die Hybrid-Technologie komplett über Bord zu werfen – zugunsten klassischer V8- oder sogar V10-Saugmotoren, angetrieben von nachhaltigen Kraftstoffen.
Der Reiz: deutlich weniger Komplexität, weniger Kosten und vor allem ein Comeback des legendären Sounds, den Fans weltweit schmerzlich vermissen.
„Mit dem Team bin ich sehr optimistisch, dass die V8-Motoren kommen werden“, sagte Ben Sulayem. „Auch das FOM unterstützt uns, und die Teams erkennen, dass es der richtige Weg ist.“

Der FIA-Boss rechnet vor: „Der aktuelle Motor ist so kompliziert, dass man ihn nicht versteht. Und er ist teuer. Die Forschungs- und Entwicklungskosten erreichen 200 Millionen Dollar. Ein V8-Motor kostet viel weniger – und viele Hersteller können eine Abwandlung davon in ihre Serienautos einbauen.“
V8-Motor: Weniger Gewicht, besserer Sound
Neben den geringeren Kosten gebe es weitere Vorteile: Ein V8 sei rund 90 bis 100 Kilogramm leichter. „Das bedeutet, dass wir die zusätzlichen 50 Kilogramm für mehr Sicherheit hinzufügen können, ohne dass das Auto schwerer wird. Das Schlimmste für einen Fahrer ist das Gewicht. Außerdem wird das Auto kleiner, besser – und der Sound kehrt zurück.“
Der FIA-Präsident glaubt: „Das ist wirklich der richtige Weg. Viele denken, die Formel 1 habe unbegrenztes Geld, aber nicht alle Teams. Deshalb haben wir jetzt die Zustimmung.“
Zeitplan: Ziel 2029
Ganz kurzfristig wird der Schritt aber nicht kommen. Zwar startet das neue Hybridreglement wie geplant 2026. Aber Ben Sulayem hofft, „bis 2029 etwas erreicht zu haben“.
Sein Ziel: nachhaltige Kraftstoffe statt Elektrifizierung. „Was ist unser Ziel? Elektrifizierung? Nein. Es geht darum, die Umweltziele zu erreichen. Hybrid, Wasserstoff, nachhaltiger Kraftstoff, synthetischer Kraftstoff – Hauptsache, wir erreichen es.“
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