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Trickserei? Neuer Verstappen-Motor sorgt für Diskussionen bei McLaren

Formel 1 Lando Norris McLaren Max Verstappen Red Bull Brasilien 2025
Lando Norris und Max Verstappen. Credit: Mark Thompson/Getty Images/McLaren
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit neuem Motor raste Max Verstappen in Brasilien sensationell von der Boxengasse aufs Podium – jetzt steht Red Bull im Verdacht, dabei gegen das Budgetlimit verstoßen zu haben. McLaren will von der FIA wissen: War der Motorwechsel überhaupt legal?

Max Verstappen war in Brasilien mit neuem Antrieb unterwegs – und plötzlich wieder konkurrenzfähig. Nach seinem sensationellen Podiumsplatz aus der Boxengasse hagelt es nun jedoch Fragen: Hat Red Bull bei seinem Motorenwechsel die Regeln überdehnt?

Streit um Verstappens Motorwechsel: Ging alles mit rechten Dingen zu?

Mit dem frischen Aggregat im RB21 zeigte Verstappen in São Paulo eine spektakuläre Aufholjagd. Während Fans seine Performance feierten, runzeln Konkurrenten die Stirn. Laut Informationen des Fachportals The Race fordert McLaren von der FIA eine Klärung, ob der Motor überhaupt ohne Weiteres hätte getauscht werden dürfen.

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Brasilien 2025
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Der Grund: Der Wechsel soll nicht aus Sicherheits-, sondern aus Performance-Gründen erfolgt sein. Und genau das könnte zum Problem werden. Denn laut dem FIA-Reglement müssten solche Maßnahmen eigentlich unter das strikte Budgetlimit fallen, das allen Teams auferlegt ist.

Wird dieses Limit überschritten, drohen empfindliche Strafen – bis hin zum Punkteabzug oder einer Geldstrafe.

Red Bull vs. McLaren: Unterschiedliche Auslegung der Regeln

Das Problem: Eindeutig ist die Regel nicht. Einige Teams interpretieren sie so, dass ein Performance-Motorwechsel tatsächlich unter die „Cost Cap“ fällt. Andere argumentieren, dass die Motoren ohnehin Teil des Entwicklungsbudgets seien – und der Wechsel somit unabhängig davon stattfinden darf.

McLaren-Teamchef Andrea Stella hat deshalb beim Weltverband nachgehakt. „Wenn der Motor aus Performance-Gründen gewechselt wird, sollte er unter das Cost Cap fallen. Warten wir ab, ob es hier der Fall ist“, sagte er in Brasilien. Sein Team verzichte auf solche Eingriffe bewusst – „weil es das Budget belasten würde.“ Noch hat sich weder Red Bull noch die FIA offiziell geäußert.

Red Bull räumt ein: Neuer Motor bringt Vorteile

Ganz abstreiten will Red Bull den Nutzen des Motorwechsels nicht. Teamchef Laurent Mekies gab in São Paulo offen zu, dass der Eingriff „aus Performance-Gründen“ erfolgt sei – und dass man Fortschritte gespürt habe. „Es ist schwer, eine Zahl zu nennen, aber die Abstände sind so klein, dass alles wichtig ist“, so Mekies. 

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Brasilien 2025
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Wie groß der Vorteil wirklich war, bleibt unklar. Doch Verstappens Tempo im Rennen sprach für sich: Der Niederländer pflügte durchs Feld und fuhr nach Start aus der Boxengasse noch auf Rang drei – mit dem schnellsten Auto im Feld. Dazu kommt: Bereits nach der Warm-up-Runde bemerkte er weniger Vibrationen beim neuen Aggregat. Fest steht: Mit der 5. Antriebseinheit hat Red Bull nun ein Triebwerk mehr im Verstappen-Kontingent – und das nahezu straffrei, da der Niederländer ohnehin von weit hinten hätte starten müssen.

Nun liegt der Ball bei der FIA. Sollte sich herausstellen, dass der Wechsel tatsächlich das Budgetlimit tangiert, droht womöglich neuer Ärger.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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