Formel 1

Verstappens Worte lassen nach Quali-Pleite tief blicken

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Mexiko 2025
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Max Verstappen erlebt in Mexiko ein bitteres Qualifying. Seinem Red Bull fehlt der Grip. Der Weltmeister schreibt das Rennen praktisch ab.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Max Verstappen erlebt in Mexiko ein bitteres Qualifying. Seinem Red Bull fehlt der Grip. Der Weltmeister schreibt das Rennen praktisch ab. 

Herber Rückschlag für Max Verstappen bei seiner Aufholjagd in der WM: So enttäuscht hat man den amtierenden Champion jedenfalls lange nicht mehr gesehen. Sein ernüchterndes Funk-Fazit nach Platz fünf im Qualifying zum Großen Preis von Mexiko-Stadt: „Kein Grip. Das Auto lenkt nicht, wir haben keine Traktion, ich rutsche nur.“

Mit 0,484 Sekunden Rückstand auf Pole-Setter Lando Norris (McLaren) war Verstappen weit weg von seiner gewohnten Dominanz. Zum Vergleich: Noch am Freitag hatte der viermalige Weltmeister im zweiten Training die Bestzeit gesetzt. Doch was nach Aufwärtstrend aussah, entpuppte sich als Irrweg in der Abstimmung.

Red Bull mit Abstimmung-Irrweg

„Wir haben uns vom zweiten Training blenden lassen“, räumt Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko bei Sky. „Max war im ersten Training gar nicht gefahren und war dann im zweiten relativ locker auf Platz eins. Das hat uns in die falsche Richtung geführt und war am Samstag nicht mehr korrigierbar.“

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Mexiko 2025
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Auf die Frage, ob der lange Sprint zur ersten Kurve am Sonntag eine Chance biete, winkt Verstappen ab: „Ich habe keine Pace. Selbst wenn ich am Start zwei Autos überhole, holen sie mich später wieder ein.“

Der Niederländer wirkt kämpferisch und frustriert zugleich, doch seine Worte klingen eher nach Resignation: „Ich muss einfach mein Rennen fahren und mich aus allem heraushalten. Unsere Longruns waren schwach, die Autos vor uns sind einfach schneller. Wir haben so viele Dinge probiert, aber wir haben einfach keine Lösung gefunden.“

Schon am Freitag hatte sich im Dauerlauf angedeutet, dass Red Bull auf dem staubigen Hochlandkurs deutlich mehr mit den Reifen kämpft als McLaren oder Ferrari. Vor allem in Kurve 9, über eine Bodenwelle im Mittelsektor, und in den Esses verlor Verstappen regelmäßig Zeit.

Marko: „Norris ist unerreichbar“

Auch Helmut Marko sieht schwarz für den sechsten Mexiko-Sieg seines Schützlings: „Wenn Norris keinen Blödsinn macht, ist er unerreichbar“, konstatiert der Österreicher. „Der Rest ist möglich. Das Maximum für uns wäre ein Podium.“ Der Brite hatte sich mit einer dominanten Runde auf die Pole katapultiert – über eine Viertelsekunde vor Charles Leclerc im Ferrari. 

Formel 1 Max Verstappen Dr Helmut Marko und Laurent Mekies Red Bull Mexiko 2025
Max Verstappen Dr. Helmut Marko und Laurent Mekies. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Die Priorität bei Red Bull heißt jetzt Schadensbegrenzung im WM-Kampf. Immerhin: Verstappens Hauptkonkurrent Oscar Piastri patzte ebenfalls und startet nur von Platz acht. „Optimistisch betrachtet ist ein Podium das Maximum“, so Marko. „Wichtig ist nur, dass wir vor Piastri bleiben.“ Für Verstappen dagegen ist Piastris Schwäche kein Trost: „Wir haben einfach kein Tempo. So gewinnst du keine WM“, sagte er.

Auch Sky-Experte Timo Glock sieht die Verstappen-Situation kritisch. „Man denkt immer, der Max macht das dann schon morgen – aber das sah diesmal nicht so aus“, analysiert der ehemalige Formel-1-Pilot. „Vor einer Woche dominiert er in Austin, jetzt kommt er hierher und findet keinen Rhythmus. Das zeigt, wie unfassbar eng die Formel 1 geworden ist.“ 

Aber, so Glock: „Vielleicht kommt morgen wieder dieser Max-Faktor – das bleibt die Hoffnung.“ Zumindest für die Red Bull-Fans. 

 

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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