Ralf Schumacher spricht über Max Verstappens Reifeprozess und warum der Weltmeister ihn heute an seinen Bruder Michael erinnert.
Max Verstappen hat den fünften WM-Titel in Serie knapp verpasst. Damit bleibt Michael Schumacher alleiniger Rekordhalter in dieser Kategorie. Von 2000 bis 2004 krönte er sich fünfmal ohne Pause zum Champion der Königsklasse.
Für seinen Bruder Ralf Schumacher ist das allerdings nicht entscheidend. „Man kann diese Dinge nicht miteinander vergleichen“, stellt der frühere Formel-1-Pilot klar im Gespräch mit F1-Insider.com klar. „Michael war und bleibt der beste Fahrer seiner Zeit. Natürlich geht die Welt weiter, neue Fahrer kommen – das war mir schon bei Lewis Hamilton egal, und das ist es auch bei Max.“
Was der heutige Sky-Experte derweil noch klarstellen will: „Mir wurde ja oft Neid unterstellt, gerade von englischer Seite, mit dem Argument, Hamilton hätte theoretisch acht Titel und wäre besser als Michael. Das ist völliger Quatsch. Jeder Fahrer, der so erfolgreich ist wie Hamilton und Verstappen, hat das absolut verdient.“
Verstappens Reifeprozess bei Red Bull
Deutlich spannender findet Schumacher die sportliche Entwicklung von Max Verstappen in dieser Saison. „Man hat klar gesehen, was bei Red Bull Racing passiert ist“, sagt er. Die späte Trennung von Christian Horner habe lange für Chaos gesorgt. Erst danach sei das Auto wieder konkurrenzfähig geworden.
Was dann folgte, beeindruckt den Ex-Piloten nachhaltig: „Es ist eine echte Einheit entstanden – mit Laurent Mekies und dem Ingenieur-Team mit und um Max.“ Verstappen könne aus einem Auto extrem viel herausholen, das habe man im Vergleich zu Teamkollegen wie Tsunoda oder Lawson gesehen. Trotzdem betont Schumacher: „Das war eine bärenstarke Teamleistung.“

Schumacher: „Ein Team um sich herum vereinen“
Entscheidend sei aber etwas anderes gewesen. Schumacher erkennt bei Verstappen eine neue Qualität: „Er hat dieses Add-on bekommen – diese Fähigkeit und diese Aura, die Michael auch hatte.“ Gemeint ist die einstige Führungsstärke, die auch seinen Bruder auszeichnete. „Ein Team um sich herum zu vereinen, mitzunehmen, zu führen. Dass die Leute für dich durchs Feuer gehen – das ist entscheidend.“ Für Schumacher steht fest: „Dieses Michael-Gen hat Max nun auch.“
Mit dem Abschied von Helmut Marko endet bei Red Bull derweil eine Ära. Für Schumacher ist der Zeitpunkt nachvollziehbar. „Alles im Leben hat seine Zeit. Dr. Marko hat diesen Moment bewusst gewählt, dafür gebührt ihm höchster Respekt.“ Entgegen mancher Berichte hätte Marko bleiben können, betont Schumacher – der mediale Wirbel sei „Unsinn“ gewesen.
Marko als Verstappen-Mentor nicht mehr notwendig
Marko habe erkannt, dass „diese Rolle an Max’ Seite einfach nicht mehr so notwendig ist“. Zudem: „Mit über 80 Jahren ständig um die Welt zu fliegen, das ist auch nicht ohne.“ Früher habe der Grazer das Team gemeinsam mit Dietrich Mateschitz auf kurzem Weg geführt. „Heute sitzt man plötzlich in Board-Meetings mit acht Leuten – das ist eine ganz andere Welt.“
Verstappen wird in Zukunft ohne Marko auskommen müssen – aber wenn es nach Raf Schumacher geht, kann er das längst.
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