Großes Taktikspiel vor dem Belgien-GP: Noch keinen Tropfen Regen hat die Formel 1 bislang in Spa gesehen – doch am Sonntag könnte sich alles ändern. 80 Prozent Regenwahrscheinlichkeit machen die Setup-Wahl zur Lotterie.
Red Bull zockt auf Nass, McLaren und Ferrari bleiben konservativ. Wer hat am Ende das beste Händchen?
Red Bull pokert mit mehr Abtrieb
Im Sprint verteidigte sich Max Verstappen mit wenig Flügel bravourös gegen die McLaren. Auf der Geraden war der RB21 nicht zu knacken. Umso überraschender: Fürs Qualifying packte Red Bull mehr Abtrieb drauf. Klares Ziel laut Helmut Marko: „Wenn es regnet, haben wir eine Chance gegen McLaren. Auf trockener Strecke wird’s schwer.“

Dass Verstappen im Qualifying nur Vierter wurde, lag laut Marko nicht am Setup, sondern am Reifendruck: „Wir haben da was nicht hingekriegt. Max hatte keinen Grip.“ Besonders bitter: Ein leichter Quersteher in La Source kostete die entscheidenden Tausendstel auf Leclerc.
Ferrari setzt auf Sicht statt Risiko
Ferrari bleibt beim bewährten Sprint-Setup – und fährt damit auf Sicherheit. „Uns war ein guter Startplatz wichtig. Wenn es regnet, verlierst du in der Gischt zwei bis drei Zehntel – da hilft dir der ganze Abtrieb nichts“, erklärt Teamchef Frédéric Vasseur. Leclerc startet als Dritter.

Optimistisch stimmt die Scuderia die neue Hinterradaufhängung. „Das Auto bewegt sich beim Bremsen nicht mehr so stark“, verrät Vasseur.
Mercedes: Wenig Flügel, viel Verzweiflung
Während Red Bull auf mehr Abtrieb setzt, geht Mercedes den radikalen Gegenweg. Nach anhaltenden Balanceproblemen entschied man sich für ein Setup mit minimalem Flügel – in der Hoffnung auf Topspeed-Vorteile.

George Russell schaffte es damit auf Startplatz sechs. Kimi Antonelli dagegen scheiterte früh: Reifen überhitzt, Q1-Aus. Für den Italiener plant Mercedes bei Regen ein komplettes Regen-Setup und einen Start aus der Boxengasse.
McLaren hielt an der Sprint-Abstimmung fest – mit Erfolg: Lando Norris sicherte sich die Pole, Oscar Piastri startet direkt daneben. Auf trockener Strecke ist das Papaya-Team das Maß der Dinge.
Wer gewinnt den Wetterpoker?
Red Bull hofft auf Regen und den Verstappen-Faktor, McLaren dürfte bei trockenem Wetter dominieren, Ferrari bleibt flexibel. Doch wie immer in Spa gilt: Wer beim Setup auf die richtige Karte gesetzt hat, wird sich erst zeigen, wenn die Ampeln ausgehen.
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