Formel E

Formel E in Berlin: Porsche jagt Nissan

Formel E Pascal Wehrlein Porsche 2025
Pascal Wehrlein. Credit: Porsche

Pascal Wehrlein will beim Heimrennen in Berlin erstmals auf das Podium. Titelchancen intakt, aber unrealistisch. Deutscher soll jüngster Formel-E-Pilot werden.

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Pascal Wehrlein will beim Heimrennen in Berlin erstmals auf das Podium. Titelchancen intakt, aber unrealistisch. Deutscher soll jüngster Formel-E-Pilot werden.

Theoretisch ist immer alles möglich. Formel-E-Weltmeister Pascal Wehrlein (30) liegt vor den beiden Heimrennen am Wochenende (12./13. 7. jeweils 16 Uhr, DF1) in Berlin auf Rang zwei der Tabelle. So weit, so gut. Nur ist sein Rückstand auf Oliver Rowland (32/Nissan) schon beträchtlich: 59 Punkte, 116 sind noch zu vergeben. Aber dazu müsste Wehrlein seinen Porsche 99X Electric immer auf die Pole-Position stellen, immer die schnellste Rennrunde fahren und alle vier restlichen Rennen gewinnen. „Wir bräuchten schon ein Wunder“, räumt der ehemalige Formel-1-Fahrer ein. „Der Rückstand ist einfach zu groß.“

Nicht aber für den Hersteller-Titel: Porsche führt die Teamwertung an. „Daher will ich noch das eine oder andere Rennen gewinnen“, so Wehrlein. Mit Berlin hat er zudem noch eine Rechnung offen: neun Starts, aber kein 
Podium!

Formel E Maximilian Günther 2025
Maximilian Günther. Credit: Stellantis

Berlin ist die einzige Stadt, die seit der ersten Saison 2014/15 mit im Kalender dabei ist. Obwohl der Run auf die Formel E riesig ist. 
Formel-E-Chef Alberto Longo enthüllt: „Wir sprechen aktuell mit 106 Städten, die ein Rennen haben wollen.“ In Berlin wird auf dem ehemaligen Flugplatz Tempelhof gefahren: auf 2,6 Kilometer Strecke mit 15 Kurven.

Die schnellen Stromer leisten 350 kW (476 PS) im Qualifying, 300 kW (408 PS) im Rennmodus. Die Autos sind 854 Kilogramm schwer, weil allein die Batterie (38,5 kWh Kapazität) 284 Kilo auf die Waage bringt. Trotzdem schiebt der 
E-Motor die Flitzer in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h an.

Wehrlein ist einer von drei Deutschen. Er ist im Qualifying nach wie vor der beste Pilot, hat den besten durchschnittlichen Startplatz (4,8). Aber im Rennen sind Nissan und Rowland oft besser. Nach Siegen steht es 4:1 für Rowland. Vor allem in den Rennen, in denen die Teams bei einem Schnellladestopp nachladen müssen – und zwar zehn Prozent der Rennenergie, also 3,85 kWh. In Berlin gilt diese Regel wieder für das erste von zwei Rennen.

Die weiteren Deutschen: Maximilian Günther (28/DS Penske) hat in Jeddah und Shanghai sogar schon zwei Saisonrennen gewonnen, ist aber nur Gesamt-Siebter. Sein Team: zu unkonstant. David Beckmann (25/Cupra Kiro Porsche) ist mit einem älteren Porsche-E-Antrieb Tabellen-Letzter.

Formel E David Beckmann 2025
David Beckmann. Credit: Porsche

In Deutschland strauchelt die Formel E zwar etwas – die TV-Quoten sind mit dem Wechsel zum Privatsender DF1 von bis zu 1,7 Millionen (bei Pro7 in New York 2021) auf oft unter 300.000 Zuschauer gesunken. Weltweit aber wächst die Serie nach wie vor. Deswegen zeigt auch Opel Interesse an einem Einstieg mit der nächsten Autogeneration ab der Saison 2026/27. Dann sollen die Autos bis zu 816 PS leisten!

Seit 2021 gehört Opel zum Stellantis-Konzern, der in der Formel E seine Marken Maserati und DS gegen Opel und Citroën tauschen will.

Neben den Autobauern klopft auch ein neues deutsches Talent an: In Berlin wird Elia Weiss erstmals einen Test für Porsche absolvieren und so mit 16 Jahren der jüngste Formel-E-Pilot aller Zeiten. Der deutsche Kartmeister von 2024 ist der Sohn von Ex-Rennfahrerin Claudia Hürtgen (53). Die Formel E soll nun auch seine Karriere elektrisieren.

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Autor

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Nach dem Politikwissenschaftsstudium stellte er fest: Interessant, aber der Motorsport ist dann doch spannender. Als Kind der Schumi-Ära hat Michael Zeitler kaum ein Formel-1-Rennen verpasst und Gefallen auch an anderen Rennserien wie der IndyCar gefunden. Nach ersten journalistischen Erfahrungen, etwa im Regionalfernsehen, kam er im Oktober 2015 als Volontär und schließlich als Redakteur zu AUTO BILD MOTORSPORT. Seit 2020 gehört er zum Team F1-Insider.


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