Formel-E-Pilot Max Günther feiert Nico Hülkenberg für dessen Podium in Silverstone.
Der Jubel war groß in Motorsport-Deutschland, auch bei ihm: Formel-E-Pilot Maximilian Günther hat Nico Hülkenberg zu dessen sensationellem dritten Platz beim Großen Preis von Großbritannien gratuliert.
„Genial!“, sagt Günther im Gespräch mit F1-Insider am Rande des Formel-E-Rennens in Berlin über Hülkenbergs Podium. „Unabhängig davon, ob ich Deutscher bin oder nicht – jeder Motorsportler hat sich für Nico gefreut, weil er einfach so ein klasse Rennfahrer ist.“
Hülkenberg habe in seiner Karriere „nie im richtigen Auto gesessen“, betont der DS Penske-Pilot, der in diesem Jahr schon zwei Rennen gewonnen hat, und gerade deshalb sei dieser Erfolg im Regenchaos von Silverstone „mehr als verdient“.
Günther: „Talent allein reicht nicht“
Allein: Wie kann es gelingen kann, dass auch in Zukunft deutsche Fahrer in der Formel 1 auf dem Podium stehen? Günther reagiert nachdenklich: „Motorsport ist sehr finanziell und politisch bestimmt. Ich liebe unseren Sport, aber das ist die negative Seite: Nur mit Talent kommt man nur bedingt weit.“
Patentlösungen sieht der Allgäuer nicht: „Die Kosten sind einfach unheimlich hoch. Am Ende ist es ein Business.“

Trotzdem bleibt er optimistisch: „Wir hatten mal eine extrem starke Generation mit sieben Deutschen in der Formel 1. Momentan sind es weniger, aber ich bin sicher: Trotz aller finanziellen Herausforderungen wird es wieder junge deutsche Fahrer geben, die nachkommen.“
Formel E als Sprungbrett
Besonders die Formel E hält Günther für eine „Mega-Rennserie“, die jungen Talenten eine Chance biete. Beim Rookie-Test in Berlin dürfen sich unter anderem der 16-jährige Elia Weiss und der türkische DTM-Sieger Ayhancan Güven beweisen.
„Der Rookie-Test ist eine geniale Möglichkeit, sein Talent zu zeigen. Für mich war die Formel E das Höchste, was ich mit meinen Fähigkeiten erreichen konnte. Die Türen zur Formel 1 bleiben vielen verschlossen – aus finanziellen und politischen Gründen.“
Für den Nachwuchs sei die Formel E daher eine attraktive Plattform: „Wir haben hier eine Weltmeisterschaft auf allerhöchstem Niveau. Viele Talente bekommen die Chance und können sich etablieren.“
Hoffnung für Landsmann Beckmann
Mit Blick auf seinen jungen Landsmann David Beckmann, der in dieser Saison sein erstes Heimrennen in der Formel E bestreitet, sagt Günther: „Als Rookie ist es immer schwierig in dieser Serie. David macht gute Arbeit, auch wenn er manchmal zur falschen Zeit am falschen Ort war und Punkte liegen ließ.“ Aber er ist überzeugt: „Ich bin sicher, dass er bald punktet und hoffentlich auch nächstes Jahr wieder im Grid steht.“
Podiumsmomente wie der von Hülkenberg zeigen: Es ist wichtig, nie aufzugeben.
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