Formel 1

Mick Schumacher Opfer seiner Popularität

Mick Schumacher
Mick Schumacher. Credit: Alpine

Der Name Schumacher elektrisiert – doch genau das wird für Mick zum Problem.

Ralf Bach
Ralf Bach

Der Name Schumacher elektrisiert – doch genau das wird für Mick zum Problem.

Der Name Schumacher: Er versprüht immer noch Magie und immenses Interesse in und rund um die Königsklasse des Automobils. Das kann gut sein für Mick Schumacher, den Sohn der deutschen Sportlegende. Es kann aber auch extreme Nachteile haben.

Hintergrund: In der medialen Formel-1-Blase gibt es mittlerweile Fachportale im Internet wie Sand am Meer. Viele werden von Fans betrieben, von Fans für Fans. Im Sumpf der Königsklasse ist das ein optimales Biotop für Fake News. Besonders wenn es um große Namen wie Hamilton, Verstappen oder Schumacher geht – alles Namen, die Klicks garantieren.

Absage-Story an Mick Schumacher wurde aufgeblasen

Jüngstes Beispiel: Sogar die Story einer eher unbedeutenden australischen Automobilseite wurde im weltweiten medialen Formel-1-Kosmos aufgeblasen. Weil es um Mick Schumacher ging. Auto Action behauptet darin, dass sich der neue Cadillac-Rennstall bei der Fahrerwahl für 2026 gegen den 26-jährigen Deutschen entschieden haben soll und stattdessen den Finnen Valtteri Bottas (35) für eines der beiden Cockpits verpflichten wolle. 

24h Le Mans Mick Schumacher Alpine 2025
Mick Schumacher. Credit: Germain HAZARD / DPPI / Alpine

Die Wahrheit ist: Schumacher galt zuletzt und immer noch als einer der heißesten Kandidaten für Cadillac, das 2026 mit General-Motors-Unterstützung in die Formel 1 einsteigen wird. Er bestätigt die Gespräche auch: „Die Kommunikation war bislang sehr positiv“, betont er immer wieder. F1-Insider weiß: Anders als die Klickmaschine aus Australien behauptet, hat es keine Absage gegeben. Weder im Schumacher-Lager noch bei den Cadillac-Entscheidungsträger weiß man davon.

Was auch nicht passt: Der Mexikaner Sergio Perez, von den meisten Insidern als Favorit auf den Platz als Leitwolf angesehen, kommt bei Auto Action gar nicht vor. Stattdessen soll der Finne Valtteri Bottas das Projekt anführen. Sein Management – unter anderem gehört auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff dazu – tut alles dafür, um den Ex-Mercedes-Piloten und heutigen Ersatzfahrer bei den „Silberpfeilen“ wieder ein Stammcockpit zu vermitteln, seit ihm Sauber Ende vergangenen Jahres den Laufpass gegeben hat. Ein Grund: Bottas sorgte durch seinen Nacktkalender für mehr Aufsehen als durch schnelle Rundenzeiten auf der Strecke. 

Cadillac hat noch keine Fahrer-Entscheidung getroffen

F1-Insider weiß: Cadillacs Fahrer-Entscheidung wird in den kommenden Wochen fallen. Hinter den Kulissen werden immer wieder vier Kandidaten genannt. Perez oder Bottas als erfahrener Pilot und Mick Schumacher oder der Chinese, Ex-Sauber-Pilot Zhou Guanyu, als jüngerer Pilot an ihrer Seite.

Mick Schumacher Alpine WEC Sao Paulo 2024
Mick Schumacher. Credit: Alpine

Wenn man so will, liegen die Chancen von Schumacher bei 50 Prozent, um nach seinen beiden Jahren bei Haas 2021 und 2022 den Weg zurück in die Königsklasse zu finden.

Was für ihn spricht: Dass ausgerechnet Günther Steiner plötzlich Schumacher Chancen auf den Cadillac-Sitz einräumt. Grund. Der Südtiroler hatte Schumacher in seiner damaligen Funktion als Teamchef öffentlich regelrecht weg gemobbt und ließ auch danach kaum eine Möglichkeit aus, seine durchaus umstrittene Bewertung Schumachers zu erklären.

Heute ist Steiner Experte bei RTL, dem früheren Haus- und Hofsender Michael Schumachers. Und wie gesagt, der Name strahlt immer noch. Das könnte die plötzliche Kehrtwendung Steiners durchaus erklären. 

Was Cadillac betrifft: Am Wochenende in Spa wird es hinter verschlossenen Türen weitere Sondierungsgespräche geben. Unter anderem geht es dabei auch um Mick Schumacher.

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Autor

Ralf Bach
Ralf Bach

Ralf Bachs Zuhause ist der Formel-1-Zirkus. Seit rund 30 Jahren berichtet er für SPORT BILD, AUTO BILD MOTORSPORT, SPORT1 und das Ippen-Netzwerk (TZ München, Frankfurter Rundschau) von der Königsklasse. Für seine exklusiven Stories wurde er in die „Paddock Hall of Fame“ der Formel 1 aufgenommen. Auf F1-Insider.com schildert er, wie die Protagonisten ticken. Twitter: @ralfbond


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