Formel 1

Schumacher und Mazepin: „Kein bösartiges Manöver“

Formel 1 Nikita Mazepin Mick Schumacher Haas Zandvoort 2021
Nikita Mazepin und Mick Schumacher. Credit: LAT/Haas

Mick Schumacher wird beim GP der Niederlande in Zandvoort 18., hat aber wieder ein Mazepin-Erlebnis

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mick Schumacher wird beim GP der Niederlande in Zandvoort 18., hat aber wieder ein Mazepin-Erlebnis

Nächste Runde im Stallkrieg zwischen Mick Schumacher und Nikita Mazepin: Auch beim Großen Preis der Niederlande in Zandvoort kommen sich die beiden Haas-Piloten wieder in die Quere.

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Der Russe gewinnt den Start, wehrt eine Schumacher-Attacke auf Start-Ziel anschließend unfair ab. Wie schon in Baku (Aserbaidschan) drückt er den Rekordweltmeister-Sohn in Richtung Boxenmauer. Der Deutsche verhindert den Crash, demoliert sich dabei aber seinen Frontflügel. Mazepin muss später mit Hydraulikproblemen aufgeben, Schumacher wird 18.

Mazepin danach am Sky-Mikro eiskalt: „Das Duell war hart und sollte immer so sein. Es gibt keine Probleme (mit Mick; d. Red.), aber ich möchte vorne sein.“

Formel 1 Mick Schumacher Haas Zandvoort 2021
Mick Schumacher. Credit: LAT/Haas

Micks Onkel und Sky-Experte Ralf Schumacher findet das langsam nicht mehr lustig. „Diese Zuckerei bei diesen Geschwindigkeiten ist einfach lebensgefährlich“, sagt er. Grund: Die Boxenmauer war quasi schon im Anflug. Wenn Schumacher nicht reagiert, knallt er da stumpf sein. „Wenn da irgendwas passiert, ist das lebensgefährlich. Da muss das Team dringend was machen. Nikita muss damit leben – wenn Mick so nah dran ist, muss er ihn durchlassen.“

Bleibt die harte aber notwendige Frage: Hat Mazepin angesichts solcher Aussetzer seinen Platz in der Formel 1 verdient? Schumi II: „Nein. Das Risiko, das er aufnimmt, passt nicht zu seinem Talent. Er scheint einfach nur überfordert und frustriert. Geld kann kein Freibrief sein, dass man große Schäden verursacht. Günther (Steiner; d. Red.) hat’s auch nicht immer leicht, aber jetzt muss er mal ran.“

Dem Haas-Teamchef ist sein Ärger im Videocall mit der Presse anzumerken. „Das sollte nicht passieren, es ist aber passiert. Wir werden daran arbeiten, das Problem zu lösen“, sagt der Südtiroler. Schuldzuweisungen vermeidet er. „Wir hatten ein Meeting dazu und sind bislang zu keiner Lösung gekommen. Wir werden uns vor Monza noch einmal zusammensetzen, um das auszusortieren. Eine Kopfnuss ist der falsche Weg. Wir müssen einen Kompromiss finden, sonst werden wir Regeln einführen.“

Allein: Bei der Bewertung des Zwischenfalls geht er mit Ralf Schumacher nicht konform. Steiner: „Ich würde nicht sagen, dass es ein bösartiges Manöver war. Man braucht immer zwei, um Tango zu tanzen.“

Und Mick Schumacher? Der lässt sich seinen Ärger nicht anmerken, bleibt cool, aber bestimmt. „Aus meiner Sicht war das nicht korrekt. Aber es ist eher sein Ding in den Medien rumzuschimpfen als meins. Ich werde das intern ansprechen.“ Doch auch der junge Schumacher deutet an, dass die Rennleitung Mazepin langsam mal genauer ins Visier nehmen sollte. „Das mit Nikita ist nicht nur mir passiert, sondern mehreren Fahrern auf dem Grid. Sergio Perez ist auch zu mir gekommen und hat gefragt: Was macht der?“

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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