Formel 1

Experte: Aston Martins Zukunft „sieht rosig aus“

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Sebastian Vettel. Credit: Aston Martin

Sebastian Vettel kommt auch beim GP Spanien in Barcelona aus seinem Tief nicht raus. Er muss jetzt geduldig bleiben mit Aston Martin, meint Marc Surer

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Sebastian Vettel kommt auch beim GP Spanien in Barcelona aus seinem Tief nicht raus. Er muss jetzt geduldig bleiben mit Aston Martin, meint Marc Surer

Die Leidenszeit von Sebastian Vettel (33) setzt sich auch bei Aston Martin fort. Vier Rennen, null Punkte, WM-Platz 16, zuletzt Platz 13 beim GP Spanien in Barcelona; der erhoffte Aufschwung bleibt aus. Aston Martin ist derzeit nicht mehr als ein Mittelfeld-Team – so wie Racing Point, bevor das Mercedes-Upgrade 2020 kam.

Bleibt die Frage: Hat sich der Heppenheimer beim Wechsel von Ferrari zu Aston Martin verkalkuliert? Nein, meint zumindest Formel-1-Experte Marc Surer. „Er hat alles richtig gemacht“, sagt der Schweizer Ex-Formel-1-Pilot im AvD Motor und Sport Magazin. „Das Problem ist die Historie des Teams. Die haben immer nur mittelmäßige Autos gebaut. Letztes Jahr hatten sie plötzlich ein Top-Auto. Vettel dachte: Da springe ich auf. Aber sie hatten eine 100-prozentige Mercedes-Kopie.“

Formel 1 Sebastian Vettel Aston Martin Spanien GP 2021 Quali
Sebastian Vettel. Credit: Aston Martin

Doch die funktioniert 2021 nicht mehr. Grund: Von 2020 auf 2021 wurden die Regeln verändert. „Jetzt haben sie etwas Eigenes entwickeln müssen und das Auto verschlimmbessert. Vettel hat wahrscheinlich gedacht, da komme ich weiter, weil Mercedes da irgendwie mit drinsteckt.“ Gut gedacht, schlecht gemacht…

Aston Martin zeiht in neue hypermoderne Fabrik

Doch auch der Deutsche selbst ist von seiner Topform noch entfernt. „Vor der Saison habe ich gesagt, ich gebe ihm drei, vier Rennen, dann muss es klappen“, so Surer. Tut es aber nicht. Zumindest nicht bei Vettel. „Bei Ricciardo (Daniel Ricciardo; Anm. d. Red.) hat es geklappt. Pérez (Sergio Pérez; Anm. d. Red.) und Sainz (Carlos Sainz junior; Anm. d. Red.) schaffen es noch nicht. Alle tun sich schwer. Das liegt an den fehlenden Testfahrten. Außerdem fehlt die Zusammenarbeit mit dem Renningenieur. Die müssen sich erst finden. Dieses Zusammenspiel braucht bei Vettel länger, als ich dachte.“

Trotzdem sieht der Schweizer nicht ganz schwarz für Vettel. Denn die Rahmenbedingungen stimmen. Für 2022 gibt es eine Regel-Revolution. Dann fangen alle bei null an. Parallel zieht das Team in eine neue hypermoderne Fabrik um und bekommt einen State-of-the-Art-Simulator. Surer: „Sie werden aus dem Tief herauskommen. Die Zukunft sieht rosig aus. Sie haben Geld und neue Leute eingestellt. Das Niveau wird steigen in diesem Team.“

Ohnehin hat Vettel gar keine andere Wahl, als geduldig auf Fortschritte zu warten – und bei der Weiterentwicklung des Teams zu helfen. Denn, so Surer: „Ob eine neue Tür bei einem größeren Team aufgeht, wenn Vettel jetzt aussteigt, ist sehr anzuzweifeln. Er hat die Möglichkeit genutzt, die er bekommen hat.“

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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